Von der Kacke bis zum Kosmos

Unsere spezifizierten Biokohlenstoffe sind vielfältig einsetzbar: Futterkohle in den Ställen der Tierhaltungsbetriebe, als Bodenverbesserer, als grüner Brennstoff für Grill und Biokoks in Hochöfen, in Bauwesen und Architektur und in vielen technischen Bereichen bis hin zu Hightech-Anwendungen. Ziel ist der mindestens gleichwertige Ersatz erdölbasierter Produkte und fossiler Brennstoffe. Folgend dazu eine Übersicht.

 
 

Bio Aktivkohle

Futtermittelkohle.jpg
 

Aktivkohlen kennt man aus den Wasserfiltern, Klimaanlagen und Entschwefelungsanlagen der Industrie. Die erforderlichen Mengen wurden bislang meistens aus China bezogen. Aufgrund der dortigen aktuellen Entwicklung hin zu mehr Umweltschutz, benötigt das Land die Aktivkohlen selber. Daher ist der Bedarf in Europa enorm gestiegen.

Wir liefern den Rohstoff für die Herstellung von Aktivkohlen. Mit einem neuen und unsere Kerntechnologie ergänzenden Verfahren werden wir zukünftig eigene Aktivkohlen produzieren.

 
 

 
 

Bio Futterkohle

Rinder_sw_FHD.jpg
 

Wenn im Ausland mal der Magen rumort, hilft meistens der Griff in die Reiseapotheke zur Kohletablette. Der gleiche Effekt ist bei Rindern, Schweinen und Geflügel zu beobachten, insbesondere in Massentierhaltungen. Die GMP-zertifizierte Biokohle wird dem regulären Futter beigegeben und führt zu signifikanten Veränderungen.

  • Deutliche Vitalisierung und Gesundung der Tiere

  • Verbesserung der mikrobiellen Magen- und Darmflora

  • Verringerung der Verdauungsgase wie Methan

  • Weniger Medikamente wie Antibiotika

  • Gewichtszunahmen

  • Reduzierung von Krankheiten und Sterberaten

  • Verbesserung der Gülle

  • Durch die Trennung von Kot und Urin weniger Faulgase, Gestank, Fliegendruck

Die Biokohle speichert die Nährstoffe der Gülle. Bei Ausbringen auf das Feld entstehen weitere positive Effekte

  • Träge Wasserpufferung (Dürre, Überschwemmung)

  • Revitalisierung durch die Entstehung eines positiven und komplexen Bioklimas im Bereich der Wurzeln

  • Dauerhafte Versorgung der Pflanzen mit Nährstoffen

  • Stärkung der Pflanzen

  • Weniger Chemie wie Fungizide, Pestizide und Insektizide

  • Aufwertung der Böden durch die Karbonisierung und zeitlich unbegrenzte Speicherung von CO2

  • Weniger intensive Bearbeitung der Böden

Je nach Bodenqualität kann so die konventionelle Landwirtschaft biologisch arbeiten, ohne die normalerweise damit verbundenen Ertragsrückgänge verzeichnen zu müssen. Im Gegenteil, die Kombination von Biokohlenstoffen und probiotischen Mikroorganismen kann höhere Erträge als beim konventionellen und chemielastigen Anbau erzielen.

Zudem reduziert sich der gesamte Carbon Footprint deutlich, da auf erdölbasierte Produkte verzichtet wird.

 
 

 
 

Bodenhilfsstoff

Moola.jpg
 

Lohnenswerter als Agrarchemie: “Terra Preta” - das schwarze Gold der Inkas

Landwirtschaftlich intensiv bearbeite Böden sind vergleichbar mit einem Koma-Patienten, der am Tropf hängt. Er bekommt alles zum leben, aber er lebt nicht. Die heutige Landwirtschaft steckt in einem Dilemma. Rein biologischer Anbau ist arbeitsintensiver und deutlich weniger ertragreich als die konventionellen Methoden. Diese Landwirte stehen aber unter starkem Preisdruck. Biokohlenstoffe bilden hier den goldenen Mittelweg.

In den 80ern entdeckten deutsche Wissenschaftler im Amazonasgebiet am Rand alter indogener Siedlungen ein enormes Pflanzenwachstum, trotzdem die Böden dort nährstoffarm sind. Bis in zwei Metern Tiefe war die Erde schwarz. Schon die Inkas erkannten die hohe Wirksamkeit von Pflanzenkohle in Kombination mit Essensresten, Knochen und Exkrementen.

Auch heutzutage unterstützen Biokohlenstoffe im Boden das Pflanzenwachstum. Je nach Bodenpunkten sind die Ergebnisse überragend.

  • Biologische Landwirtschaft mindestens auf dem Ertragsniveau des konventionellen Anbaus

  • Kostensenkung durch weniger Chemie wie Kunstdünger, Pestizide, Insektizide und Fungizide sowie durch die geringere Bearbeitung der Felder

  • Bessere Bodenstruktur durch weniger häufige und minimalintensive mechanische Bearbeitung der Erdschichten

  • Erzeugung eines idealen natürlichen Mikroklimas durch Ansiedelung von nützlichen Mikroorganismen wie probiotische Bakterien und Pilze

  • Dauerhafte Speicherung von Nährstoffen und Wasser, insbesondere vorbeugend bei Dürren und Überschwemmungen

  • Stärkeres Wurzelwachstum

  • CO2-Speicherung durch die Karboniserung des Substrats

  • Wertsteigerung der Anbauflächen

  • Renaturierung geschädigter oder schadstoffbelasteter Böden

ZDF-Dokumentation zu “Terra Preta” mit Prof. Harald Lesch

https://www.zdf.de/dokumentation/terra-x/verlorenes-wissen-mit-harald-lesch-sonnenpillen-und-der-superbeton-der-antike-100.html

Bäume vor den Klimafolgen schützen

Der Klimawandel ist besonders den Bäumen anzusehen. Insbesondere Nadelbäume leiden unter den Folgen der Trockenheit. Sie bilden weniger Harz und sind deshalb anfälliger für den Befall von Insekten. Stürme tragen ihr übriges bei. Die Holzwirtschaft denkt um und pflanzt wieder verstärkt langsam wachsende Laubbäume an, die ursprüngliche Baumart in Deutschlands Wäldern. Diese sind zwar robuster, aber Trockenheit setzt auch ihnen auf Dauer zu.

Wenn man in den Baumschulen die Setzlinge vorbeugend in Biokohlenstoffe bettet, können Sie bereits nach einem Jahr (statt drei) ausgesetzt werden, idealerweise in mit Biokohlenstoff versetztes Erdreich.

  • Speicherung von Nährstoffen und Wasser

  • Schneller Aufforstung durch schnelleres Wachstum, bessere Gesundheit und gesteigerte Widerstandskraft

  • Höhere Erträge

  • keine Chemie erforderlich

 
 

 
 
 

Biogrill-/Biokochkohle

 
Grillkohle_sw_FHD.jpg
 

Der Gesamtbedarf an Grillkohle in Europa beträgt 800.000 t. In Deutschland sind es 250.000 t. Davon werden lediglich 40.000 t ökologisch nachhaltig und in hoher Qualität hergestellt. Der Großteil der anderen 210.000 t kommt über die Kohledrehscheibe Polen aus den Urwäldern Südamerikas, Afrikas und Osteuropas. Dort werden ganze Wälder gerodet, die ein wichtiger CO2-Speicher und Klimapuffer sind. Vorort werden aus 10 t Urwaldriesen ineffizient 1 t Kohle erzeugt. Die Arbeiter in den Meilern sind oftmals Kinder und Jugendliche, deren Lebenserwartung bei 40 Jahren liegt. Darüber hinaus verursachen lange Transportwege und die mafiösen Strukturen große Umwelt- und Wirtschaftsschäden. Zudem liegen die Kohlenstoffgehalte bei nur 60-70%, was eine niedrige Energiedichte und damit schlechtes Grillverhalten und viel Asche bedeutet. 2018 analysierten der WWF und die Stiftung Warentest 22 verschiedene Grillkohlen von Tankstellen und Supermärkten. Davon waren nur 2 frei von Tropenhölzern, darunter die von proFagus, an die wir zukünftig unsere Biogrillkohle liefern. Die ARD dokumentiert den fatalen Raubbau an Natur und Mensch https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/das-schmutzige-geschaeft-mit-der-grillkohle-100.html

Unsere qualitativ hochwertigen Biogrillkohlen mit über 80% Kohlenstoffgehalt erzeugen wir ausschließlich aus den Resten von Sägewerken oder der Forstwirtschaft. Hartholz verwenden wir 1:1, Weichholz wird zu Briketts komprimiert, was deren Energiedichte erhöht und zu einem ebenfalls sehr guten Grillverhalten führt.

 
 

 
 

Biogas

Biogas nah_sw_FHD.jpg
 

In Biogasanlagen erhöht die tägliche Zugabe von 0,1%-02% Biokohlenstoff die mikrobielle Produktion von Methan. Je nach Substrat und anderen Faktoren, steigt die Stromproduktion zwischen 5% und 10%. Die Gärreste weisen einen erhöhten Kohlenstoffgehalt auf, was sich wiederum positiv auf die Düngung der Felder auswirkt.

 
 

 
 

Innovationen

 

Über diese etablierten Märkte hinaus, existieren viele Einsatzgebiete für ökologisch und ökonomisch tiefgreifend nachhaltigen Anwendungen von Biokohlenstoffen. Ziel ist es dabei, erdöl- und chemiebasierte Produkte zu ersetzen, da diese einen schlechten Carbon Footprint aufweisen. Dazu entwickeln wir gemeinsam mit nationalen und internationalen F&E-Institutionen und Universitäten u. a.

  • Verpackungen aus Biokohlenstoffen, die über die Biotonne entsorgt werden, CO2 speichern und die Böden verbessern

  • Biokoks aus Altholz für die Metallurgie und Hochöfen als Ersatz von fossilen Stein- und Braunkohlekoksen

  • Karbonschaum als Dämm- und Isolationsmaterial sowie für den Leichtbau

  • Biokohlenstoffe für Bauwesen und Architektur

  • Kompakte Biokohlenstoffe für den Formenbau und 3D-Druck

 
CBN_Polygone Raster.png